Eine Entscheidung, glücklich zu sein?

“Heulend Youtube schauen”

“You cannot wait until life isn’t hard anymore, before you decide to be happy.” “Du kannst nicht darauf warten, bis das Leben nicht mehr hart ist, bis du entscheidest, glücklich zu sein.” Das sagte die Sängerin Nightbirde (bekannt aus America’s Got Talent), die im Juni 2021 einen “Golden Buzzer” für ihre Performance des Liedes “It’s ok” bekam. Ohne Pathos und Tränendrüse sprach sie von ihrer Krebserkrankung. Sie starb am 19. Februar 2022. Ich verstehe die Kritik an solchen Formaten, aber das hindert mich nicht daran, sie immer mal wieder auf Youtube anzuschauen. Und vor meinem iPad zu sitzen und zu heulen (wenn euch das Video interessiert: ich integriere es in das Ende des Newsletters). Manche immer mal wieder, so wie diesen Auftritt dieser nun längst verstorbenen Künstlerin, die einen mit ihrem Lächeln, ihrer Stimme und ihrer positiven Art in den Bann zieht. Hat sie Recht? Kann man sich entscheiden, glücklich zu sein? Und wovon hängt das ab? Dies alles in diesem Newsletter über Glück, Werte und - Geld.

Kann man sich entscheiden, glücklich zu sein?

Wertvolle Gespräche über Werte

Gute Gespräche sind für mich Lebenselixier. Schlechte eine Folter. Deshalb ist es für mich gerade noch ein großes Glück, Podcasts zu führen. Noch mehr aber, immer wieder Menschen kennenzulernen, mit denen ich regelmäßig spreche. Meist übers Netz, leider zu wenig in RL (also Real Life, im echten Leben). Gut bedeutet hier nicht zwangsläufig gewinnbringend im Sinne von Nützlichkeit, wenngleich mich diese Gespräche weiterbringen. Aber nicht in Bezug auf “Erfolg” oder sonst etwas, sondern einfach, indem ich über etwas weiterdenken kann. Das kann über einen intellektuellen Austausch sein, aber auch ein Gespräch über “Gott und die Welt”.

Manchmal sind diese Gespräche besonders wichtig, treiben mich um. So eines, das ich mit einem Bekannten führte, der in der Beratungsbranche unterwegs und freiberuflich tätig ist. Im Grunde war das Gespräch beratend: Was will ich? Was ist mir wichtig? Was sind meine Ziele? Wenn ihr selbst schon über so etwas nachgedacht habt, dann werdet ihr wissen, dass das gar nicht so einfach ist. Sicherlich kommt es auch darauf an, wie man “verdrahtet” ist. Ob es einen Zustand der Genügsamkeit, der Befriedigung, des Ankommens gibt. Oder nicht. Dann: Willkommen in meinem Leben. Das Weitermachen, Weiterdenken und Weiterwollen ist aber nicht nur negativ, oder anders: Es ist vor allem positiv und hat viel mit Lernen zu tun. Aber ich greife vor.

Was will ich? Was ist mir wichtig? Was sind meine Ziele?

Der Bekannte sprach von drei Dingen, die ihm wichtig seien: Selbstwirksamkeit, Wirkung und Geld. Selbstwirksamkeit in dem Sinne, dass er etwas tut, an das er glaubt. Wirkung in dem Sinne, das er durch seine Arbeit - also die Begleitung bei Transformationsprozessen - eine echte Unterstützung bietet, die messbar ist. Geld, nun, die Tatsache, dass er für das, was er tut, auch angemessen bezahlt wird. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich konnte nachvollziehen, dass er direkt dazu sagte, dass er wisse, dass das für einige unsympathisch sei, aber so sei es eben: Geld spiele für ihn auch eine Rolle.

Ich dachte daran, was meine zwei, drei - oder vier - Dinge sind. Also Werte, an denen ich mein Handeln ausrichte. Zwei davon wusste ich relativ schnell. Es kommt nicht von ungefähr, dass mich vor dem Hintergrund von Hartmut Rosas “Resonanztheorie” die Frage “Wie kann Bildung berühren?” als Leitfrage über mehrere Monate begleitet hat und immer noch begleiten wird. Sie ist nicht nur funktional, also die Antwort auf die Frage, warum Schülerinnen und Schüler sich und ihre Weiterentwicklung nicht mit KI täuschen sollten, sondern auch viel größer: Die Antwort auf die Frage nach dem guten Leben.

Für mich ist Resonanz ein Begriff, der beschreibt, wie ich in einer Tätigkeit aufgehe. Dafür muss sie noch nicht in der Welt sein. Ich fühle also eine tiefe Zufriedenheit, während ich dies hier schreibe. Selbstwirksam bin ich erst, wenn der Newsletter abgeschickt ist. Oder vielleicht auch erst dann, wenn es ein Feedback gibt. Vielleicht kennt ihr dies auch von der Unterrichtsvorbereitung, also der besonderen, auf die man sich freut. Man plant, ist kreativ, gestaltet - man spürt eine Resonanz, vielleicht auch, weil man antizipiert und hofft, dass die jungen Leute auch berührt sein werden. Umso enttäuschter ist man, wenn diese Arbeit dann nicht so aufgenommen wird, wie man es erhofft hat.

Selbstwirksamkeit und Resonanz sind also auch zwei Säulen meines Handelns. Gleichzeitig bin ich mir bei der Wirkung nicht sicher, denn oftmals begleite ich in meiner Tätigkeit als Vortragsredner oder als jemand im Netz nicht, sondern setze den Impuls. Der Bekannte sagte, dass ich dies sehr genau trennen müsste, weil es zu einem Problem wird, wenn man sich an einem Wert ausrichtet, der sich nicht materialisiert. Das ist ein sehr wichtiger Gedanke, findet ihr nicht? Sozusagen die Anleitung zum Unglücklichsein. Aber wie könnte man dieses Impulsgeberschaft nennen? Ich weiß es noch nicht.

Es ist ein Problem, wenn man sich an einem Wert ausrichtet, der sich nicht materialisiert.

Ein Bekannter

Auch über Geld habe ich nachgedacht, weil ich ein merkwürdiges Verhältnis zu Geld habe. Und damit meine ich die Höhe eines Honorares oder des Gehalts, sondern das Verhältnis zwischen Tätigkeit und Bezahlung. Egal ob beim Unterrichten oder bei einer anderen Tätigkeit, ich habe nie die Bezahlung mit dem konkreten Tun in Beziehung gesetzt. Also in dem Sinne, dass ich dachte: “Ah, da ist das Geld. Endlich die Belohnung für das, was ich gemacht habe.” Nichts dass wir uns falsch verstehen: Ich bekomme gerne eine Überweisung. Nur ist die Verbindung zwischen dem einen und dem anderen nie da gewesen. Ich frage mich ernsthaft, ob das bei allen so ist. Schreibt es mir gerne.

Ob Geld eine weitere Säule meiner Tätigkeit ist, da bin ich mir noch nicht sicher. Vielleicht aber ist es so wie bei meinem Bekannten: Geld bedeutet ja meist erst etwas in seiner “Übersetzung”: Also Urlaub, ein gutes Essen, ein Ereignis. Und für mich bedeutet es auch, das tun zu können, was ich gerade tue: Promovieren, was übersetzt gerade noch heißt: viel lesen; mit Menschen sprechen mit oder ohne Aufnahme; vor Menschen zu sprechen und vor allem: zu schreiben. Wenn ich das tun kann, dann bin ich glücklich. Und wenn Geld das also ermöglicht, dann ist es wohl der Teil, bei dem ich zugeben müsste, dass mir Geld wichtig ist.

Für mich bleibt wohl am wichtigsten, was sich als Entwicklung, Streben oder Werden beschreiben lässt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich in der Schule immer viel experimentiert habe, viel Feedback wollte, immer danach gesucht habe, wie es anders oder besser geht. Resonanz, Selbstwirksamkeit, Impulse. Ja, wahrscheinlich war das schon lange so, ich habe nur temporär das Spielfeld gewechselt. Wie ist das bei euch? Schreibt mir gerne an [email protected].

Nach den medialen Wortmeldungen gibt es noch einen Teil, in dem ich konkret zu dem Umgang mit Finanzen schreibe. Da influence ich dann auch ein wenig vor mir hin, für alle, die es interessiert.

Mediale Wortmeldungen

Manchmal wundert es mich, wenn Leute meinen, dass ich oft in den Medien wäre. Das liegt aber auch nur daran, dass ich mich an manches gewöhne. In den letzten Wochen wunderte es mich nicht, denn: Es war wirklich viel. Nach dem Buchlaunch nimmt es nun aber wieder ab. Eine kleine Auswahl von Dingen, bei denen ich denke, dass ihr sie interessant finden könntet.

Für mich selbst auch total wichtig ist die Aufnahme des “FelloFish Forums”, wo der Lehrer Hendrik Haverkamp, IT-Anwalt Chan-jo Jun und Sophia Stolpe, Moderatorin, mit mir über den Umgang mit sexualisierter digitale Gewalt in der Schule gesprochen haben. Sophia war selbst Opfer von Fake-Pornographie und hatte den Mut, darüber zu sprechen. Eine wichtige Folge.

Für das Deutsche Schulportal habe ich mir den Abschnitt zu Bildung des AfD-Regierungsprogramms aus Sachsen-Anhalt angeschaut. Meine Erkenntnis: unsinnig, gefährlich und verfassungsfeindlich. Und zum Schluss habe ich auf Familie.de über das Streitthema Hausaufgaben gesprochen, es gibt dazu ein kurzes Video.

News vom Möchtegern-Finanzinfluencer

Nein, keine Angst, so schlimm ist es nicht. Aber ich habe ja gesagt, dass ich tatsächlich influence. Und zwar, indem ich erstens meine Online-Bank und eines besondere Funktion lobe und dann einen Empfehlungslink reinsende. Wenn ihr euch das anschaut, auch gut findet und euch dafür entscheidet, unterstützt ihr meine Arbeit.

Jedenfalls habe ich seit sicher über 8 Jahren ein Konto bei der Bank N26. Und obwohl die nur online ist, hatte ich bisher nie Probleme. Es gibt dann auch eine Karte, man kriegt von überall Geld - und so weiter. Was ich aber in den Jahren sehr zu schätzen gelernt habe, ist eine Kombination aus zwei Dingen, die ich liebe. Die Spaces und den Einkommensverteiler.

Man kann sich einen “Space” einfach als ein weiteres Konto vorstellen. Einrichten geht super easy. Und dann stellt man den Einkommensverteiler einmal ein, und zack: Sobald Geld eingeht, wird es so verteilt, wie man das mag. Das ist für Bruttobeträge sehr relevant, damit man direkt Abzüge einplant und sammelt, aber das ist für Lehrkräfte natürlich weniger relevant. Ich finde es einfach super, dass man so beispielsweise einstellen kann, dass man für den Urlaub spart oder fürs Kind oder eine Anschaffung. Ich würde es jedenfalls nicht wieder missen.

Wenn euch das auch interessiert, könnt ihr über diesen Link schauen, ob es euch auch überzeugt und mich damit unterstützen. Das ist übrigens keine Kooperation oder so, sondern einfach so ein “Freunde-Einlade-Ding”. Und weil es ja auch um Geld ging und ich das wirklich sehr schätze, dachte ich, ich pack’s mal mit rein. Für Beschwerden bitte die bekannte Mail nutzen.

Jetzt ein schönes Wochenende und lasst noch die Tränen fließen, wenn ihr wollt.

Nightbirde “It’s alright”

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